Kein Abschied - nur fort

Ende Oktober 1989, zwei Wochen vor Öffnung der Mauer, trifft ein Filmteam der DEFA in einem bayerischen Erstaufnahmelager mehrere Familien, die, damals noch illegal, die DDR über Ungarn verlassen haben. Sie reden über die Motive für ihre Flucht. Ihr Schicksal steht für viele andere, die die Filmemacher im Lager treffen. Wochen später, nach der Maueröffnung, melden sich drei der Familien wieder. Eine neue Etappe wird erzählt. Der Film dokumentiert zwei Jahre im Leben dieser Familien. Im Januar sind zwei von ihnen wieder zuhause in der ehemaligen DDR. Die einen sind Unternehmer geworden, die anderen arbeitslos. Der dritte faßt die Erfahrungen der letzten beiden Jahre in Worten zusammen: "Ein Bayer wird man nie ..." Der ruhig komponierte Dokumentarfilm läßt Landschaften und Jahreszeiten zu einer eigenen Sprache werden. So werden Stimmungen transportiert, die Heimatverlust und Zukunftsängste erkennen lassen. Ein behutsames Umgehen mit den Portraitierten, minimale dramaturgische Veränderungen, die Verwendung von Symbolbildern setzen Erfahrungsprozesse innerhalb der zwei Jahre um. / Einzelne Sätze bleiben wie Leitmotive stehen: "Wenn die Westpakete kamen, da roch die ganze Küche anders", "West und Ost - es ist wie Tag und Nacht, wenn ich das so sagen darf" und stehen exemplarisch für die Meinung vieler.

Archivnummer HDF000204
weitere Titel:
Archivarischer Titel: Heimatverlust
Filmschaffende
DEFA-Studio für Dokumentarfilme Berlin (Redaktion)
Lew Hohmann (Regisseur/in)
Joachim Tschirner (Regisseur/in)
Gunther Becher (Kamera)
Karin Schöning (Cutter/in)
Ralf Kothe (Komponist/in)
Frank Löprich (Produktionsleiter/in)
Rainer Baumert (Produktionsleiter/in)
Marco Mundt (Produktionsleiter/in)
Datierung 03.10.1991
Länge 105'00"
Formate
Super VHS Schwarz/weiß
Farbe Schwarz/weiß
Ton
Kategorien GESELLSCHAFT UND SOZIALES
Schlagwörter
Eintragdatum: 05.02.1993
Änderungsdatum: 18.09.2003